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EAT-Ausbildung

 

Ausbildung in Emotionaler Aktivierungstherapie (EAT)

 

EAT versteht sich als eine Erweiterung der kognitiv-behavioralen Tradition, eignet sich aber auch hervorragend zur Integration in andere Therapieformen.

Wenn Sie zu den TherapeutInnen gehören, die das Gefühl haben, dass der Körper in den Therapien zu kurz kommt, vielleicht dort bisweilen auch zu viel geredet und zu wenig mit Emotionen gearbeitet wird, dann finden sie in EAT eine vitalisierende Option.

EAT realisiert die um den Körper erweiterte, aktuellere Konzeption von „Kognition“ so, wie sie durch die moderne Embodimentforschung repräsentiert wird. Die Bedeutung von Körpererleben und Verstand als gleichwertig für unsere Gesundheit anzuerkennen, ist zentral für das Verständnis von Embodiment.

Embodiment ermöglicht sowohl einen direkteren Zugang zu den Emotionen als auch eine neuartige, noch betonter erlebnisorientierte Arbeitsweise beim therapeutischen Umgang mit emotionalen Prozessen.

In dieser Ausbildung lernen Sie drei Prozessmodule kennen, in denen diese Embodimentperspektive fest verankert ist. Die zugehörigen Interventionsmethoden bezeichnen wir als Embodimenttechniken.

 

Modul 1: Der Körperfokus

Embodiment nimmt den Körper ernst. Deshalb wird der Körper unserer Patienten in den Mittelpunkt gerückt. Dieser Körperfokus ist verbunden mit der Fragestellung:

Wie können sich Patienten in ihrem Körper ruhig und geborgen fühlen, sich ihm gelassen zuwenden, damit er sie in ihren Zielsetzungen wirksam unterstützt?“

Die Herstellung eines solchen Zustandes ist wesentliche Voraussetzung, damit die Probleme der PatientInnen wirklich effizient angepackt werden können.

 

Modul 2: Das Emotionale Feld

Der Problemlösungsprozess beginnt mit einer emotionsaktivierenden Arbeit, denn Emotionen liefern dabei schnell und zielgenau Navigation und Vitalität. Sie entfaltet sich im sog. Emotionalen Feld. Hier lautet die Fragestellung:

Was ist das Netzwerk der Erfahrungen und Emotionen, dass die PatientInnen immer wieder in problematische Richtungen steuert?

Ganz im Sinne des Embodiment wird hier der Körper genutzt, um z.B. Emotionen zu intensivieren und zu differenzieren. Dabei wird auch schon die Architektur für einen Veränderungsprozess sichtbar.

Verstehen ist wichtig, aber in der Regel nicht ausreichend, um tatsächlich hinreichende Problemlösungen und stabile Verhaltensänderungen zu erzielen. Deshalb wird dazu ermuntert neue Verhaltensweisen zu planen und auch zu erproben.

 

Modul 3: Der Interaktionsfokus

Im Interaktionsfokus werden die erarbeiteten Erkenntnisse auf verschiedene problematische Situationen übertragen und auf unterschiedliche Rahmenbedingungen abgestimmt. So kann etwa ein zielführendes Verhalten davon abhängen, inwieweit es gelingt, Bedeutung und Kraft eigener Emotionen auf persönliche Merkmale des Gegenübers abzustimmen. Wenn Beziehungen funktionieren, dann klappt auch die gegenseitige Bedürfnisbefriedigung. Dabei kann eine Art „Grammatik sozialer Beziehungen“ rasche Orientierung im Interaktionsfokus bieten. Diese Relational-Models Theorie des Anthropologen und Sozialpsychologen Alan P. Fiske führen wir hier erstmals in den therapeutischen Kontext ein. Die Arbeit im Interaktionsfokus wird von der folgenden Fragestellung geleitet:

Wie kann ich stimmige Beziehungen gestalten, meine Ziele erreichen und mich dabei („agentiv“) selbstwirksam fühlen?“

Befunde der Embodimentforschung ermuntern dazu, solche Interaktionen auch anschaulich im Raum darzustellen, sowie auch persönliche Werte als Ressourcen körperlich zu verankern.

 

Zertifizierung: Teilnahme an Block I – V, drei abgeschlossene und dokumentierte Fälle

Fortbildungspunkte werden beantragt.

 

Teilnehmerzahl: max. 12 TN, Start der Ausbildung mit 8 TN

Anmeldung: per Email an info@era-europa.com

Anmeldefrist: 30. März 2020

 

Kurszeiten: 

  • erster Kurstag jeweils Start um 10.00 Uhr 
  • letzter Kurstag Ende jeweils um 15.00 Uhr 
  • alle weiteren Kurstage 9.00 - 18.00 Uhr

 

 

Inhalte: Block I - V

 

Block I (5 Tage, Dr. Lohr)

Selbsterfahrung und Entwicklung der therapeutischen Haltung im EAT-Modus, hier fällt die Entscheidung zur Fortsetzung der Ausbildung (à Block II; III, IV, V) somit haben auch Sie, als Teilnehmer die Möglichkeit zu testen, ob Ihnen diese Art des Arbeitens liegt.

 

Block II (3 Tage, Dr. Lohr/Dr. Hauke)

Überblick der Ausbildung anhand typischer Therapieverläufe

Grundlegende Embodimenttechniken

  • Zur Herstellung spezifischer Emotionen, zur Utilisierung von Ressourcen: Werthaltung, Körperhaltung und Emotion, zur Gestaltung des eigenen Weges in der Therapie

Körperfokus

  • Persönliche somatische Marker, Körpertopographie
  • Strategien der Aufmerksamkeitslenkung
  • Entwickeln und Besetzen des peripersonalen Raumes (PPR) als Schutzraum und Wohlfühlzone

 

Block III (3 Tage, Dr. Hauke) 

Emotionales Feld

  • Supervision
  • Das innere Erleben im Raum darstellen und reflektieren
  • Erfassen primärer und sekundärer Emotionen sowie deren Funktionalität
  • Erarbeiten der Emotionalen Überlebensstrategie
  • Therapieziele

 

Block IV (3 Tage, Dr. Lohr) 

Interaktionsfokus

  • Supervision
  • Grundlegende Beziehungsformen
  • Botschaft und Funktion der Emotionen für die eigene Position in Beziehungen
  • Empathie für die Rolle des anderen entwickeln
  • Emotionale Balance in der Beziehung herstellen
  • Persönliche Werte als Navigation bei der Zielerreichung

 

Block V (3 Tage, Dr. Lohr) 

Agiles Fallmanagement

  • Arbeitsatmosphäre entwickeln für die Arbeit mit Emotionen
  • Falldarstellung im Spiegel der Gruppe
  • Sichtbarmachen therapeutischer Abläufe und Kipppunkte
  • Das eigene Stärkenprofil als TherapeutIn schärfen
  • Inspiriertes, freudvolleres und gesünderes Arbeiten etablieren

 

Teilnahmegebühren:

Gesamtpreis für die Ausbildung 3265 Euro davon:

Block I mit 5 Tage für 965 Euro

Block II bis V mit jeweils 3 Tagen für je 575 Euro 

 

Die Teilnahmegebühr beinhaltet:

  • Seminarunterlagen inkl. Buch
  • Teilnahmebescheinigung

 

Veranstaltungsort: 
Alter Ziehbrunnen
Bergstrasse 30
83093 Bad Endorf
Tel. 08053 30750 
www.ziehbrunnen.de

Preise:

  • 80 Euro pro Nacht im Doppelzimmer mit Vollpension
  • 95 Euro pro Nacht im Einzelzimmer mit Vollpension

Tischgetränke werden extra abgerechnet