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Projekte

Titel: Entwicklung und empirische Überprüfung von Embodimenttechniken zur Verbesserung der Emotionsregulation.

Status: laufend

Beschreibung: Etliche Untersuchungen belegen, dass Defizite in der Fähigkeit zur Interozeption mit Schwierigkeiten beim Erkennen, Benennen und Regulieren von Emotionen zusammenhängen. Darüber hinaus erhöhen solche Defizite auch signifikant das Risiko psychisch zu erkranken (Murphy et al., 2017). Obwohl die große Bedeutung von Interozeption für eine günstige Emotionsregulation wohl bekannt ist, existieren kaum Interventionen, die man in der klinischen Praxis anwenden könnte. In diesem Projekt, das gerade angelaufen ist, werden Embodimenteffekte, die im Rahmen der Grundlagenforschung entdeckt worden sind, aufgegriffen. Indem diese in geeigneter Weise kombiniert werden, entstehen Trainingsformate für Patienten. Diese werden in ihrer Wirksamkeit überprüft. Für diesen Test werden zunächst gesunde Studentenstichproben der Universität Ulm und danach klinische Populationen einbezogen. Besonderer Fokus liegt hier zunächst auf Patienten mit Anorexie, Adipositas und Autismus.

Beteiligte Personen und Einrichtungen:

  • Dr. Gernot Hauke (Gastwissenschaftler an der Universität Ulm)
  • Dr. Christina Lohr (Gastwissenschaftler an der Universität Ulm)
  • Evelyn Beverly Jahn
  • Dr. Tania Pietrzak (Latrobe University, Melbourne)
  • Prof. Dr. Dr. Olga Pollatos, Dr. Matthias Messner und Felicitas Weineck von der Abteilung Klinische & Gesundheitspsychologie der Universität Ulm

ANAD e.V. Versorgungszentrum Essstörungen 


Titel: Connected Couple Intervention: Die klinischen Anwendung von Embodimenttechniken in der Paartherapie.

Status: abgeschlossen in 2016

Beschreibung:

Kommunikation beginnt längst im Körper, noch bevor verbaler Austausch passiert. Zur Verbesserung der gegenseitigen Empathie, der Emotionsregulation und der Partnerzufriedenheit werden verschiedene Embodimenttechniken eingesetzt. Die Arbeit im Emotionalen Feld hilft dabei, auch die tiefer liegenden, oft verborgenen Emotionen der Partner zu erschließen. In dieser Studie wurden drei Hypothesen formuliert:

  1. Die Experimentalgruppe zeigt signifikante und bedeutungsvolle Zunahmen in verschiedenen Empathiemaßen, in der Partnerzufriedenheit sowie einen sicheren Bindungsstil bei gleichzeitig sinkenden Depressionswerten.
  2. Diese Effekte stehen in Zusammenhang mit dem verbesserten gegenseitigen Verständnis der Partner in Bezug auf ihre individuellen Emotionen und Schemata.
  3. Die Wartelisten-Kontrollgruppe zeigt vergleichsweise keine Veränderungen.

Methode: Stichprobengröße (N = 20 mit 10 Paaren) aufgeteilt in Experimental- und Wartelistenkontrollgruppe. Gemessen wurden die folgenden Parameter:

  • affektive und kognitive Aspekte von Empathie
  • Zufriedenheit in der Partnerschaft
  • Bindungsstil in engen Beziehungen
  • Depression

Die Paare erhielten 20 Stunden Gruppentherapie mit folgenden Schwerpunkten:

  • Kohäsion wird zwischen den Gruppemitgliedern mittels angeleiteter Übungen zu Imitation und Synchronizität hergestellt
  • Aufdecken des frustrierenden „Partnertanzes“ aufgrund der unterschiedlichen emotionalen Überlebensstrategien beider Partner. Die anderen Gruppenmitglieder fungieren dabei als Resonanzboden und später als Brücke für die Themen des einzelnen Paares. Die Imitation auf der Körperebene als Ausgangspunkt für Reflexionen spielt dabei eine zentrale Rolle.
  • Jedes Paar entwickelt seine Lösung auf der Grundlage der jeweiligen Bedürfnisse. Die Emotionen dienen dabei als Navigationshilfe und so entsteht eine „bewegte“ Lösung über den Körper, die anschließend versprachlicht und in konkrete Projekte für den Alltag übersetzt wird.

Ergebnisse: Multivariate ANOVA zeigt in der Experimentalgruppe bedeutungsvolle Zuwächse in den Empathiemaßen und in der Partnerzufriedenheit im Vergleich zur Kontrollgruppe. Es fanden sich keine signifikanten Veränderungen in den Depressionsmaßen und im Bindungsstil der Paare.

Beteiligte Personen:

  • Dr. Tania Pietrzak (Latrobe University, Melbourne)
  • Dr. Christina Lohr (Gastwissenschaftler an der Universität Ulm)
  • Leanne Kennedy, Neuropsychologin (Melbourne, Australien)
  • Dr. Gernot Hauke (Gastwissenschaftler an der Universität Ulm)
  • Evelyn Beverly Jahn

Veröffentlichungen: 

  • Hauke, G., Flies, E., Kleiman,, Kritikos, A., Lohr, C., Pietrzak, T., & Schmidt, A. (2016). Symposium „Embodied Cognition In Cognitive And Behavioural Therapy (CBT): Bodies And Minds Together” on the 8th World Congress of Behavioural and Cognitive Therapies (2016), Melbourne/Australia
  • Pietrzak T., Hauke G. & Lohr, C. (2016). Connecting Couples Intervention: Improving couples’ empathy and emotional regulation using embodied empathy mechanisms. European Psychotherapy 13, 66-98.